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Später ansehen, später hören: Eine Liste für YouTube, Musik und Podcasts

Ein Freund schickt ein Video, eine Kollegin empfiehlt ein Album, in einem Newsletter steht eine spannende Podcast-Folge. Keine Zeit gerade – also „für später“. Nur landet das Video in YouTube, das Album in Apple Music, die Folge in der Podcast-App. Und später ist alles vergessen.

Claude Flaig 3 Min. Lesezeit

Pendlerin mit Ohrhörern in der Straßenbahn merkt sich etwas auf dem iPhone für später

Wie „Später ansehen“ bei YouTube funktioniert

YouTube hat dafür eine eigene Playlist: Später ansehen (englisch Watch Later). Auf dem iPhone tippst du bei einem Video auf die drei Punkte bzw. „Speichern“ und wählst „Später ansehen“. Die Liste findest du danach unter „Du“ bzw. in der Mediathek, synchronisiert über dein Google-Konto auf allen Geräten.

Das funktioniert, hat aber drei bekannte Schwächen:

  • Die Liste wächst nur. Gesehene Videos bleiben drin, bis du sie selbst entfernst. Nach ein paar Monaten ist „Später ansehen“ eine Halde mit hunderten Einträgen.
  • Sie lebt nur in YouTube. Musik, Podcasts oder Hörspiele kannst du dort nicht ablegen.
  • Andere Apps kommen nicht heran. YouTube gibt den Inhalt von „Später ansehen“ über seine Schnittstelle an andere Apps nicht heraus. Keine Drittanbieter-App kann die Liste importieren oder abgleichen.

Und „später hören“ für Musik?

Für Musik gibt es in Apple Music keine richtige Später-Liste. Die Mediathek ist dafür zu groß, „Als Nächstes“ verschwindet mit der nächsten Wiedergabe, und eine Playlist „Für später“ müllt genauso zu wie bei YouTube. Spotify hat zwar „Deine Bibliothek“ und eine Warteschlange, löst das Problem aber auch nicht über App-Grenzen hinweg.

Warum Später-Listen scheitern

Die meisten Später-Listen sind Ablagen ohne Abschluss. Speichern geht mit einem Tap, entfernen dagegen nie. Irgendwann ist die Liste so lang, dass du sie gar nicht mehr öffnest – und sie verfehlt ihren Zweck. Dazu kommt die Verteilung: Wer in drei Apps je eine Später-Liste führt, hat drei Listen, die er vergisst.

Eine Liste, die funktioniert, braucht drei Dinge:

  1. Einen Ort für alles – Video, Album, Folge.
  2. Schnelles Hinzufügen aus jeder App, ohne Umweg.
  3. Ein Ende: Was du gesehen oder gehört hast, verschwindet. Was dich nicht mehr interessiert, wischst du weg.

Tipps für „Später ansehen“ bei YouTube

  • Einmal pro Woche aufräumen. Unter den drei Punkten der Playlist gibt es „Angesehene Videos entfernen“. Das schafft sofort Luft.
  • Eine Obergrenze setzen. Mehr als 20 Videos schaust du sowieso nicht. Was rausfällt, war nicht wichtig.
  • Nicht aus der Startseite speichern. Die Empfehlungen füllen die Liste mit Dingen, die du nie gesucht hast. Wie du YouTube ohne diesen Strudel nutzt, steht in YouTube ohne Algorithmus.
  • Lange Videos als Podcast behandeln. Interviews und Talks musst du nicht sehen, du kannst sie hören – beim Spazieren oder Pendeln.

Eine Später-Liste für alles mit zentr

zentr hat keine eigene „Später ansehen“-Playlist – es hat etwas Besseres: eine Inbox, in der alles landet, was du später hören oder schauen willst, egal woher es kommt. So funktioniert's:

  • YouTube-Video: Tipp in der YouTube-App auf „Teilen“ und wähle „zentr“. Das Video landet in deiner Inbox. Ein kopierter Link funktioniert genauso.
  • Album oder Song aus Apple Music: In der Musik-App auf „Teilen“ → „zentr“. Das Album liegt in der Inbox, Playlists werden importiert.
  • Podcast: Links aus Apple Podcasts kannst du ebenfalls teilen; eine Show folgst du direkt in zentr.
  • Abarbeiten: Aus der Inbox ziehst du, was du hören willst, in die Warteschlange – oder wischst es weg. Ist die Inbox leer, ist dein „Später“ erledigt.

In der Warteschlange stehen Video, Album und Podcast-Folge dann einfach hintereinander. YouTube-Videos spielt zentr wahlweise direkt in der App oder in der YouTube-App ab – und merkt sich, wo du warst. Neue Videos der Kanäle, denen du folgst, kommen automatisch dazu, chronologisch und ohne Empfehlungen.

Ehrlich gesagt: Deine bestehende „Später ansehen“-Liste kann zentr nicht übernehmen, weil YouTube sie für andere Apps verschließt. Ein Anmelden bei Google gibt es in zentr deshalb gar nicht. Am besten startest du frisch und teilst die zehn Videos, die dir wirklich wichtig sind.

Quellen

  1. YouTube-Hilfe: Playlists erstellen und verwalten
  2. YouTube Data API: Revision History (Watch Later und Verlauf nicht mehr über die API abrufbar)
  3. GIGA: YouTube „Später ansehen“ – Videos wiederfinden